Schrift

Schrift verkleinern Standard Schriftgröße Schrift vergrößern

Psychotherapie und Coaching

Psychotherapie und Coaching sind beides Gesprächsformen, die dasselbe Ziel verfolgen – eine Verbesserung der Lebensqualität.

Auch Ablauf und Vorgehensweise sind in beiden Fällen ähnlich.

Ein Mensch begibt sich auf einen Weg und wird von einem anderen dabei begleitet und unterstützt.

Es handelt sich um einen Weg, der aufwärts führt - hinaus aus den Problemen, hinauf zu den Zielen.

Der Unterschied zwischen Psychotherapie und Coaching besteht nur im Ausgangspunkt des Weges.

  • Wenn ich krank bin und gesund werden möchte, kann ich mich mit jemandem vergleichen, der in ein dunkles Loch gefallen ist und wieder ans Tageslicht gelangen möchte.
  • Wenn ich dagegen gesund bin, aber Probleme habe und diese lösen möchte, dann bin ich einem Wanderer vergleichbar, der sich bereits im Tageslicht befindet, der aber vor einem Hindernis steht, das er überwinden möchte.
  • Wenn ich gesund bin, mich aber persönlich weiterentwickeln und mir neue Ziele setzen möchte, dann ergeben sich daraus für mich zahlreiche Herausforderungen. Ich ähnle damit einem Bergsteiger, der dabei ist, einen Berg zu erklimmen, um der Sonne noch ein Stückchen näher zu kommen.

In jedem dieser drei Fälle ist der Ausgangspunkt ein anderer, aber die angestrebte Richtung ist dieselbe.

Im ersten Falle wäre eine Psychotherapie sinnvoll, in den beiden anderen Fällen ein Coaching.

Das Beschreiten eines Weges ist hier bildhaft gemeint, um einen Prozess zu veranschaulichen, der sowohl in der Psychotherapie wie auch im Coaching sehr viel mit Selbstreflexion zu tun hat.

Das zentrale und verbindende Element in Psychotherapie und Coaching ist aus meiner Sicht die Selbstreflexion.

Da diese während einer Psychotherapie oder eines Coachings mit Unterstützung eines Gesprächspartners durchgeführt wird, handelt es sich dabei um eine Selbstreflexion im Dialog.

Unter Selbstreflexion verstehe ich folgendes:

Ich denke über mich selbst und über mein eigenes Leben nach. Dabei beziehe ich meine Gefühle in die Betrachtung mit ein. Es handelt sich also nicht um intellektuelle Spekulationen, sondern um einen gefühlsnahen Prozess, der auch das eigene Erleben zum Gegenstand hat.

Hierfür nehme ich mir Zeit und richte meine Aufmerksamkeit auf Situationen meines eigenen Lebens und darauf, wie es mir in diesen Situationen geht.

Ich betrachte also sehr genau die äußere Situation und mein inneres Erleben.

Mit beidem setze ich mich während der Selbstreflexion bewusst auseinander.

Dieses ist ein Prozess der Selbsterkundung, bei dem ich mehr über mich selbst erfahre.

Ich steigere dadurch meine Selbsterkenntnis.

Aber das ist nicht alles - ich verändere mich auch.

Ich verändere mein Erleben, und ich verändere meine Verhaltensmöglichkeiten.

Dadurch kann ich mein Leben selbstbestimmter gestalten.

Es gelingt mir besser, mich so zu verhalten, dass mein Leben mehr meinen eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Weitere Informationen unter Psychotherapie und Coaching.

Sitzecke

"Das Gespräch hat eine verwandelnde Kraft. Wo ein Gespräch gelungen ist, ist uns etwas geblieben und ist in uns etwas geblieben, das uns verändert hat."

Hans-Georg Gadamer